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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 25.04.2018

Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der
Landwirtschaftsverwaltung.

Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten.
Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten.
Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.

Wintergerste
Pilzkrankheiten: Ansteigender Befallsdruck!
Bestandeskontrollen auf Blattkrankheiten durchführen. Es sollte eine Fungizidbehandlung
zwischen Ende Fahnenblatt-Schieben und spätestens bis zum Grannenspitzen durchgeführt
werden. Die eingesetzten Fungizide sollten auch die Ramularia-Krankheit und die
unspezifischen Blattflecken erfassen. Deshalb sind Hochleistungsfungizide erforderlich.
Mittelbeispiele: Tankmischungen!
1,4 l/ha ADEXAR + 1,4 l/ha AMISTAR OPTI
1,0 l/ha AVIATOR XPRO + 1,5 l/ha AMISTAR OPTI
1,0 l/ha ELATUS ERA + 1,5 l/ha AMISTAR OPTI

Der Zusatz von Wachstumsregler, z.B. CAMPOSAN EXTRA in später Schoßphase, nur bei
lagergefährdeten Beständen bzw. gegen Halm- und Ährenknicken.
Aus Verträglichkeitsgründen Behandlungen deutlich vor dem Grannenspitzen.

Winterweizen (in Dinkel und Triticale auf Gelbrost achten!)
Wachstumsregler-Einsatz:
Bei lagergefährdeten Beständen und bei Erzeugung von Spitzenqualitätsbackweizen könnte
im 1 – 2 – Knotenstadium mit z.B. 0,4 l/ha MODDUS eingegriffen werden, oder im 1 – Knoten- Stadium die Tankmischung 0,5 l/ha CCC 720 + 0,3 kg/ha PRODAX.
Pilzkrankheiten: Auf Gelbrost-Befall achten!
Früh gesäten Winterweizen bei Pflugverzicht und/oder Getreidevorfrucht auf Pilzkrankheiten
kontrollieren. Weiterhin sollten bei enger Getreidefruchtfolge und bei Erzeugung von
Spitzenqualitätsbackweizen auf die Halmbruchkrankheit geachtet werden.
Sie kann wieder durch eine feucht-kühle Witterungsperiode gefördert werden.
Eine Bekämpfung empfiehlt sich, wenn zum Schoßbeginn ca. 30 % der Haupthalme an der
Halmbasis verbräunte Blattscheiden aufweisen.
Mittelbeispiele gegen Halmbruch und frühen Blattkrankheiten-Befall:
CAPALO, GLADIO-UNIX-Pack, INPUT CLASSIC

Bei normalen Weizen-Sorten sollte man mit einer Fungizidbehandlung zwischen
Fahnenblatt- und Ährenschieben auskommen.

Sommergetreide
Unkrautkontrollen durchführen. In wichtigen Sommergetreide-Arten können gegen
zweikeimblättrige Unkräuter z.B. ARTUS, BIATHLON 4D, PRIMUS PERFECT,
POINTER PLUS oder STARANE XL eingesetzt werden.
Gegen Ackerfuchsschwanz und Flughafer kann in Sommergerste und Sommerweizen
AXIAL 50 eingesetzt werden. Mischbarkeit beachten!
LEXUS in Hafer ist nicht mehr möglich.

In Sommergerste auf Mehltau-Befall achten.

Achtung Virus-Krankheiten (So-Getreide)
Bestände auf die Virus-Überträger Blattläuse kontrollieren. Die Bekämpfungsschwelle
beträgt ca. 1 Laus auf 10 Pflanzen. Bei Notwendigkeit Tankmischung zur Unkrautbe-
kämpfung einplanen.

Rüben
Die Schläge sollten laufend auf Unkrautbesatz kontrolliert werden. Im Keimblatt-Stadium der
Zweikeimblättrigen empfiehlt sich die Standard-Tankmischung
1,25 l/ha BETANAL MAXXPRO + 1,5 l/ha GOLTIX TITAN.
Bei Bodentrockenheit die Mischung BETANAL MAXXPRO plus DEBUT mit FHS bevorzugen.
Achtung: Chloridazon-haltige Mittel wie REBELL oder PYRAMIN nicht in
Wasserschutzgebieten einsetzen!

Ungräser werden am besten ab ihrem 2 – 3 – Blattstadium bekämpft. Werden Ungräser-Herbizide in Tankmischung eingesetzt, dann kein Öl hinzufügen.

Mais
Aussaat:
Bei der Aussaat von Insektizid-behandeltem Maissaatgut müssen pneumatische
Unterdruck-Sägeräte mit einer JKI-anerkannten Technik ausgestattet sein.

Hirsen- und Storchschnabel-Probleme:
Im Vorauflauf-Verfahren auf feuchten Boden sollten 1,25 l/ha DUAL GOLD oder der
SPECTRUM-AQUA-Pack eingesetzt werden.

Körnerleguminosen
In Ackerbohnen und Futtererbsen jetzt auf den Befall mit Blattrandkäfer achten.
Typisch ist der bogenförmige Fraß an den Blatträndern. Stärkerer Befall schädigt
durch Larven auch die Ausbildung der Wurzelknöllchen.
Mittelbeispiel: KARATE ZEON

Rüben
Unkrautbekämpfung:
Achtung: Für die Anwendung von Chloridazon-haltigen Mitteln gelten aus Gründen des
Grundwasserschutzes folgende Einschränkungen:
PYRAMIN WG, TERLIN WG, BETOXON, REBELL und REBELL ULTRA werden nicht mehr
empfohlen. Innerhalb von Wasserschutzgebieten ist auf den Einsatz völlig zu verzichten;
Außerhalb von Wasserschutzgebieten Behandlungen mit REBELL/REBELL ULTRA
möglichst nur im Nachauflauf mit reduzierten Aufwandmengen.
Bei Rübenschlägen mit schwieriger Befahrbarkeit und schnellem Unkrautauftreten könnte
die erste Unkrautwelle mit 2,0 l/ha GOLTIX GOLD im Vorauflauf-Verfahren ausgeschaltet
werden.
In Rüben auf Schneckenbefall achten.

Mais
Saatgut:
Bei Mais-Saatgut mit Insektizid-Beizmittel gibt es nach derzeitigem Stand keine Ver-
änderungen zum Vorjahr.
Nach wie vor gilt: Bei der Aussaat von Insektizid-behandeltem Mais-Saatgut müssen
pneumatische Unterdruck-Sägeräte mit einer JKI-anerkannten Technik ausgestattet sein.

Trichogramma-Schlupfwespe gegen Maiszünsler:
Den Bedarf für das biologische Verfahren jetzt beim Landhandel melden. Der Maschinen-
ring bietet die Ausbringung mit dem MULTICOPTER an.

Wichtige Änderungen bei Pflanzenschutzmitteln
Neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen
Pendimethalin (z.B. STOMP AQUA) und Prosulfocarb (z.B. BOXER):
- Mindestens 300 l Wasser/ha
- Abdriftminderungsklasse 90 %
- Max. Fahrgeschwindigkeit 7,5 km/h
- Max. Windgeschwindigkeit 3 m/s

Anwendung von RISOLEX in Kartoffeln:
Die Anwendung von RISOLEX zur Pflanzgutbehandlung in Kartoffeln zur Vermarktung des
Erntegutes in Deutschland ist möglich. Werden Kartoffeln exportiert, ist vor der Anwendung
von RISOLEX Rücksprache mit dem Vermarkter zu nehmen.

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