Service-Navigation

Suchfunktion

Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 13.10.2017

Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung. Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten. Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten. Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.

Wintergerste

1.  Schneckenkontrollen durchführen
2.  Ungräser- und Unkräuterbekämpfung
Die Anwendung von Boden-Herbiziden erfolgt im Keimblatt-Stadium der Ungräser
und Unkräuter bei Bodenfeuchtigkeit.
Achtung: keine Anwendung von IPU. Der Wirkstoff Chlortoluron hat auch Auflagen:
Keine Anwendung auf Flächen mit Drainage, nicht auf leichten oder schweren,
tonigen Böden und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern.
Bei Hangflächen gelten auch Auflagen.
In Wintergerste bei der Mittelwahl Resistenzvermeidungsstrategien nutzen.
Kontrollen auf Wirksamkeit.
Beispiele für breitwirksame Herbizide:
Gegen Windhalm + Zweikeimblättrige: BACARA FORTE, STOMP AQUA;
Gegen Ackerfuchsschwanz + Zweikeimblättrige: HEROLD SC, MALIBU.
Aus Resistenzgründen ist auch die Anwendung der Tankmischung von z.B.
0,6 l/ha HEROLD + 2,5 l/ha BOXER geeignet.
Bei starkem Fuchsschwanz-Druck eventuell Nachbehandlung einplanen, z.B. mit
AXIAL 50 ggf. noch im Herbst.
Bei Bodentrockenheit Blatt-Herbizide bevorzugen.

3. Verzwergungsvirosen: hohes Infektionsrisko!
Erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei Nachbarschaft von Ausfallgetreide, Mais,
Grünland und Böschungen durch die Überträger Blattläuse und Zikaden, insbesondere
bei trocken-warmen Witterungsphasen.
Aufgelaufene Wintergerste unbedingt auf Blattläuse kontrollieren. Bei Getreide-
Blattläusen beträgt die vorläufige Bekämpfungsschwelle 1 Laus auf 10 Pflanzen.
Kontrollen am besten bei sonnigen, windstillen Verhältnissen.
Behandlung ggf. ab 2. Laubblatt.
Mittelbeispiele: HUNTER, KARATE ZEON

Bei entsprechenden Witterungsbedingungen muss auch noch Ende Oktober bis
Anfang November kontrolliert werden und ggf. eine 2. Behandlung erfolgen.

Auch in anderen Wintergetreide-Frühsaaten können Verzwergungsvirosen
Schäden anrichten.

Winterweizen

Bei eigenem Nachbau unbedingt Keimfähigkeitsprüfung!
1. Nur gebeiztes Saatgut aussäen.
Empfohlen wird die Beizung gegen Steinbrand, Schneeschimmel und Flugbrand.
Mittelbeispiele: EFA, RUBIN TT
In den höheren Anbaulagen kann mit LANDOR CT eine Absicherung gegen
Zwergsteinbrand erfolgen.
2. Schneckenkontrollen durchführen.

Winterraps

Unkrautbekämpfung:
KERB FLO und MILESTONE zur Spätanwendung speziell gegen Ungräser und wenige
Zweikeimblättrige. EFFIGO wirkt speziell gegen Kamille und Distel, das Mittel RUNWAY gegen
Kamille; FOX wirkt nur gegen Taubnessel, Stiefmütterchen, Ehrenpreis und hat eingeschränkte
Mischbarkeit.
Wachstumsregulierung in Winterraps
a) Zu stark entwickelte Bestände
Zur Verhinderung des Überwachsens und Auswinterung sollte baldmöglichst z.B.
FOLICUR mit einer Aufwandmenge von 0,1 l/ha und je Laubblatt bei wüchsigen
Bedingungen eingesetzt werden.
CARAX mit 0,75 – 1,0 l/ha nur bei einheitlichen Beständen einsetzen.
b) Zu schwache Bestände
Behandlung erst ab dem 4. Laubblatt, ebenfalls mit FOLICUR oder maximal 0,5 l/ha
CARAX oder 0,35 l/ha TOPREX durchführen.

Pilzkrankheiten Raps
Jetzt auch auf Phoma-Befall kontrollieren. Zur Behandlung sind allerdings 1,5 l/ha FOLICUR
erforderlich bzw. 1,2 l/ha TILMOR oder 0,5 l/ha TOPREX.

Wegen Winterhärte des Rapses auch auf Bor- und Mangan-Versorgung achten.

Rapserdflöhe
Zur Zuflugskontrolle sollten die Gelbschalen kontrolliert werden.
In den 4 Gelbschalen des Amtes war die Bekämpfungsschwelle von ca. 50 Käfern je Gelbschale
innerhalb 3 Wochen bisher deutlich unterschritten. Es kann aber noch zu weiteren
Zuflügen kommen. Stärkerer Befall mit Rapserdfloh-Larven kann zu erhöhten Auswinterungs-
Verlusten führen.
Mittelbeispiele: Pyrethroide
Des Weiteren ist in den Gelbschalen auf das Auftreten des Schwarzen Kohltriebrüsslers zu achten.

Grünland

Wegen Winterfestigkeit Wuchshöhe nicht zu kurz, aber auch keine überständige Narbe.
Außerdem ist Kalium-Versorgung wichtig.

Fußleiste