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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 08.08.2018

Weitere Empfehlungen finden Sie im Internetangebot des Amtes und im Infodienst der
Landwirtschaftsverwaltung.

Bei allen Pflanzenschutzmitteln sind die Gebrauchsanleitungen und Auflagen zu beachten.
Gegebenenfalls sind Verpflichtungen einzuhalten.
Keine Befüllung und Reinigung von Feldspritzgeräten bei Ablaufgefahr in Schächte.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.


 
 
 

Zuckerrüben

Sofern in den letzten zwei Wochen keine Fungizidbehandlung gegen die Cercospora-Blattflecken-Krankheit erfolgte, sind die Bestände unbedingt auf Befall zu kontrollieren. Gefährdet sind vor allem Tallagen und anfällige Sorten, die eventuell zweimal behandelt werden müssen. Aber auch gesündere Sorten brauchen eventuell eine Behandlung. Späte Rodetermine müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Befallsfördernd ist eine feuchte schwül-warme Witterung.

 

Der Bekämpfungsschwellenwert ist überschritten, wenn bis Mitte August von 100 zufällig gerupften Blättern mehr als 15 % Krankheitssymptome aufweisen, also neben Cercospora-Blattflecken noch andere Pilzkrankheiten auftreten. Nach Mitte August beträgt der Schwellenwert 45 %.

 

Mittelbeispiele: Duett Ultra, Rubric

 

Wegen Resistenzproblematik Kontrolle auf Wirksamkeit.

 

Achtung: Bei Verdacht des Auftretens der neuen Krankheit SBR an das Landwirtschaftsamt wenden. Mögliche Befallssymptome sind Vergilbungen sowie verlängerte und verschmälerte Herzblätter.

 

Winterraps

Vorbeugende Schneckenbekämpfung

Auch trotz der langen Trockenzeit besteht bei einer kommenden Nässeperiode hohe Schneckengefahr. Auflaufender Raps ist besonders in feuchten Witterungsabschnitten und Feuchtlagen, auf schweren Böden und nach Begrünung bzw. Stilllegung durch Fraß der Ackerschnecken gefährdet. Durch Schwarzhalten der Stoppel, d. h. mehrmaliges Bearbeiten bis zur Aussaat und eine oberbodenverdichtende Saatbettbereitung kann die Gefahr verringert werden. Auf gefährdeten Flächen kann auch das flache Einarbeiten von 2-3 dt je Hektar geperltem Kalkstickstoff kurz vor oder unmittelbar vor der Saat in feinkrümeligem Boden Teilerfolge bringen bzw. Anwendung von ca. 10 dt je Hektar gemahlenem Brandkalk vor der Saat oder nach dem Auflaufen.

 

Nach der Saat und in die Auflaufphase des Rapses sollte bei Bedarf sofort Schneckenkorn gestreut werden. Schneckenkorn im Beidrillverfahren ist nicht ausreichend.

 

Achtung: MESUROL-Schneckenkorn, hat ein Anwendungsverbot!

 

Saatbettbereitung für Winterraps

Genügend abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit guter Stroheinarbeitung und Strohrotte. Eine zu nasse Bodenbearbeitung ist unbedingt zu vermeiden, damit Strukturschäden nicht die geforderte Wurzelentwicklung beeinträchtigen.

 

Aussaat von Winterraps

Achtung: Keine Aussaat von mit CHINOOK, CRUISER OSR oder ELADO gebeiztem Raps-Saatgut..

Raps-Saatgut mit dem polnischen Beizmittel LUMIPOSA 625 FS:

Deutsche Gebrauchsanleitung muss dabei sein. Die Aussaat sollte nur dann mit einem pneumatischen Gerät erfolgen, wenn dieses in die „Liste der abdriftmindernden Sägeräte“ eingetragen ist. Die Wirkung von LUMIPOSA gegen Rapserdflöhe wird höchstens als mittelmäßig eingestuft. Durch Aussaat in ein rückverfestigtes Saatbett wird die Gefahr eines Schneckenbefalls gemildert. Das gebeizte Saatgut ist wegen möglichen Vogelvergiftungen sorgfältig einzuarbeiten. Eventuell nach der Saat extra walzen.

 

Unkrautbekämpfung in Winterraps (Gräser im Nachauflauf!)

Achtung: Zunehmendes Auftreten von Storchschnabel!

Auf Herbizide, die den Wirkstoff Clomazone enthalten, sollte umständehalber aufgrund strenger Anwendungsbestimmungen verzichtet werden. Standardherbizid gegen eine normale Verunkrautung mit Zweikeimblättrigen ist zum Beispiel 2,0 l/Hektar FUEGO TOP im Vorauflauf bis frühen Nachauflauf im Keimblatt-Stadium der Zweikeimblättrigen, am besten auf feuchten Boden.

 

Müssen auch Ackerhellerkraut, Hirtentäschel und/oder Storchschnabel bekämpft werden, empfiehlt sich 2,5 l/Hektar BUTISAN GOLD im Vorauflauf, bzw. der RUNWAY-KOMBI-Pack.

Wegen Grundwasserschutz maximal 500 g Metazachlor je Hektar innerhalb drei Jahren auf gleicher Fläche.

 

Bei Bodentrockenheit und Problemschlägen sollten Spritzfolgen eingeplant werden, zum Beispiel ein Bodenherbizid wie 1,5 l je Hektar FUEGO im Vorauflauf und im Nachauflauf Blattherbizide wie zum Beispiel EFFIGO, FOX oder RUNWAY, oder RUNWAY-KOMBI im Splittingverfahren.

 

Zur optimalen Wirksamkeit der Bodenherbizide ist Feuchtigkeit und ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit möglichst wenig aufliegenden organischen Resten wichtig.

 

Bodenbearbeitung allgemein/Feldhygiene

Zur Vermeidung von „grünen Brücken“ für Blattläuse, Mäuse, Schnecken, Nematoden und Krankheiten sollten Ausfallgetreide und Ausfallraps bald eingearbeitet werden.

 





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